Tugendhat Haus / CZ

Kultur

„Weniger ist mehr“. So lautete die Gestaltungsmaxime der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts. Zu ihren bedeutendsten Protagonisten zählt zweifellos der deutsch-amerikanische Architekt und Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe. Seine Werke setzten wegweisende Impulse für die Architektur – allen voran die 1929-30 errichtete Villa Tugendhat im tschechischen Brünn. Nach Abschluss der zweijährigen Restaurationsarbeiten wurde das UNESCO-Weltkulturerbe 2012 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit großer Liebe zum Detail, wie schon bei van der Rohe, wurden Konstruktion, Oberflächen, Haustechnik und Einrichtung exakt instandgesetzt. Auch das DLW Linoleum von Armstrong konnte originalgetreu erneuert werden.

Auf einer steilen Anhöhe über der Stadt ließ das Unternehmer-Ehepaar Fritz und Grete Tugendhat, so heißt es, das seinerzeit teuerste Einfamilienhaus weltweit bauen. Mit seinem Entwurf trieb Mies van der Rohe den für die Moderne charakteristischen offenen Grundriss auf die Spitze. Die Stahlskelettkonstruktion (damals eine absolute Innovation im Wohnungsbau) machte tragende Wände überflüssig, so dass besonders im 15 x 24 m großen Hauptgeschoss der geräumigen Villa ein beeindruckendes Raumkontiuum entstand, das sich in den Außenraum hinein verlängert: Denn die raumhohen Süd-Ost Panoramafenster lassen sich elektrisch im Boden versenken und ermöglichen eine Verschmelzung von Architektur und Natur.

Einzig die Küche ist von dem knapp 240 m2 großen Wohnraum separiert, der nur durch vereinzelte flexible Elemente in Eingangs-, Arbeits-, Ess- und Sitzbereich gegliedert wird. Schlafräume und Bäder siedelte van der Rohe als geschützte Rückzugsorte im Obergeschoss an. Zu den ästhetischen Prinzipien des einflussreichen Architekten zählten neben einer einfachen Konstruktion und der Klarheit der tektonischen Mittel auch die Reinheit des Materials: Je schmuckloser der Bau, desto hochwertiger die Materialien – so seine Überzeugung.

Für die Villa Tugendhat wählte van der Rohe von allem das Beste: Türen aus Palisanderholz, italienischen Travertin, einen verglasten Esstisch mit verchromten Kreuzstützen, Wandvertäfelungen aus Makassar-Ebenholz, seidene Vorhänge und – das Highlight des Wohnraums – eine freistehende Wandscheibe aus Onyxmarmor, der extra für die Tugendhats im marrokanischen Atlasgebirge abgebaut wurde.

Bis ins kleinste Detail wurde das Gebäude durchgeplant. Ein Großteil des Mobiliars, sogar die Tür- und Fenstergriffe, hat van der Rohe nicht nur eigens für die Villa entworfen, er legte auch präzise fest, wo sie platziert werden sollten. Um dem einfallenden und sich ständig wandelnden Farbspiel der Natur zu genügen, setzte er im Innenraum ganz bewusst auf dezente und gedämpfte Farbtöne, beziehungsweise auf Weiß und Schwarz in verschiedenen Nuancen. So waren die Böden in Wohn- und Schlafräumen großflächig mit elfenbeinweißem DLW Linoleum ausgelegt – einer Sonderfarbe nach den Wünschen des Architekten.

Nach nur acht Jahren Wohnzeit floh die jüdische Familie Tugendhat 1938 aus Brünn. Die Villa nahm während der Kriegsjahre großen Schaden und wurde auch in den Folgejahren immer wieder zweckentfremdet, sogar als Pferdestallung soll sie gedient haben. Bei einer ersten nicht fachgerechten Instandsetzung 1981-85 gingen einige der original erhaltenen Bauteile unwiederbringlich verloren. Erst 2010 begann eine denkmalgerechte Sanierung, die dem Originalzustand der Bauzeit sehr nahe kommt. Selbst die haustechnischen Anlagen ließen sich originalgetreu reparieren, die Klimaanlage funktioniert, ebenso der Speiselift und die Türsprechanlage. Damit dies möglich wurde, musste die Villa stellenweise in den Rohbau zurückversetzt werden. Vereinzelt galt es Materialien zu reproduzieren, die so kaum noch auf dem Markt zu finden sind, wie zum Beispiel die weißen Keramikfliesen in Küche und Bädern.

Dahingegen war die originalgetreue Wiederherstellung des Linoleumbodens ein Leichtes. Seit seiner Erfindung hat sich die Rezeptur von Linoleum kaum geändert. Damals wie heute besteht es überwiegend aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Harzen, Holz- und Korkmehl, Kreide sowie Jute und überzeugt durch die Einzigartigkeit des Werkstoffes. Im Zuge der Sanierung der Villa Tugendhat wurden insgesamt 760 m2 des alten und neuen DLW Bauhaus-Klassikers Uni Walton im Dessin „frost grey“ und „silver grey“ verlegt. Bis heute ist das monochrome Linoleum-Design erklärter Favorit von Architekten, Inneneinrichtern und Objekteuren, da es dem Trend zur puristischen Raumgestaltung optimal entspricht.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Ihrem Ansprechpartner oder per E-Mail an service_germany@remove.this.dlwflooring.com

Fakten

Produkt: Linoleum
Segment: Kultur
Land/Stadt: Tschechien / Brünn
Bauherr: Ehepaar Fritz und Grete Tugendhat
Architekt: Ludwig Mies van der Rohe
Adresse: Černopolní 45, 613 00 Brno, Tschechien
Bilder dürfen nicht ohne schriftliche Zustimmung von DLW Flooring verwendet werden.